Lagen

Burgberg

Unsere größte Lage am Fuße und rund um den 1000-Eimerberg. Als Burgberg wird der Spitzer Hausberg bezeichnet, um den sich der Ort gebildet hat. Die prominente und von weitem sichtbare vordere Seite des Bergs ist als „1000-Eimerberg“ bekannt. Die Weine von der Rückseite des Bergs und damit auch von den Lagen inmitten des Ortes werden mit dieser Bezeichnung versehen. Die schweren und nährstoffreichen Böden des Burgbergs stellen einen deutlichen Kontrast zu den steilen und kargen Hängen des 1000-Eimerbergs dar.

Bodenprofil

Tausendeimerberg und Burgberg, zwei Seiten der gleichen Medaille könnten unterschiedlicher nicht sein. Die idyllisch gelegene Ried Burgberg stellt die Donau-abgewandte Seite des Tausendeimerberges dar. Lamellenartige Wechsellagerungen aus kalkhältigen sandig-mergeligen Schichten stellen sowohl geologisch-bodenkundlich, also auch optisch einen Kontrast zu den in der Wachau vorherrschenden Gneisen dar.

Diese wurden vor 15-16 Millionen in einem Meer abgelagert. An erosionsgeschützten Lagen konnten sich bis heute Reste davon halten und bilden lokal den Untergrund von Weingärten. Der schwere und kalkhältige Boden stehen in großem Kontrast zu den benachbarten leichten Böden aus verwittertem Gneismaterial. Auch hier liefert der Grüne Veltliner hervorragende Ergebnisse

Setzberg

Nach Süden geneigte Steinterrassen am Eingang zum Spitzer Graben. Der Setzberg muss in eine große östliche Hälfte und eine kleinere westliche Hälfte geteilt werden. Dazwischen liegt der für die Wachau vermutlich wertvollste Trockenrasen, der auch als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Die Lage stellt auch eine Klimaschneise dar und trennt damit die Lagen von Spitz von jenen des Spitzer Grabens. Dementsprechend unterschiedlich präsentieren sich die Weine von den beiden Seiten.

Bodenprofil

Westlicher Setzberg

Das Profil von der Laabenerseite zeigt einen sandig-steinigen Oberboden auf kompaktem, mit Quarzadern durchzogenen, Paragneis. Das Gestein ist sauer, sowohl Feinboden als auch Spalten und Klüfte sind frei von Löss- bzw. Kalkeinfluss. Hier wachsen die Trauben für finessenreiche Rieslinge.

Östlicher Setzberg

Das Profil wurde aus den obersten Weingärten der Spitzer Seite entnommen. Der sandige und steinige Feinboden, in den obersten 15 cm mit Humus angereichert, liegt direkt über dem kompakten Ausgangsgestein aus Amphibolit dominiertem Paragneis. Spalten und Klüfte sind mit Kalkausfällungen, einem Verwitterungs-Relikt der vormaligen Lössbedeckung, überzogen.

Axpoint

Unterhalb des Roten Tores gelegen und bereits 1234 erstmals urkundlich erwähnt.
Tiefgründiger, tonhältiger Boden.

Die Achspoint bezeichnet den Hangfussbereich und den ebenen Bereich zwischen dem Singerriedel und der Ried Pluris sowie den Hangbereich des Roten Tors. Der Name lautete ursprünglich „Abtspoint“ und gibt Aufschluss über die ehemaligen Besitzverhältnisse. Die erste urkundliche Erwähnung ist 1243 als „Akspevnt“ nachgewiesen.

Bodenprofil

Im windgeschützten Kessel von Spitz befindet sich die Lage Axpoint. Hier lagerten anhaltende Westwinde während der letzten Eiszeiten mächtige Lössschichten ab. Löss besteht hauptsächlich aus Schluff, einer Korngrößenfraktion des Bodens, die zwischen grobem Sand und feinem Ton liegt und vom Winde bevorzugt verlagert werden kann (Schluff: 0,063 – 0,002 mm).

 

Im Mineralbestand von Löss dominieren Quarz, Feldspäte, Glimmer, Tonminerale und Calcit (Kalk). Eisenoxide färben den Löss gelblich-braun.

Steinporz

Steinborz (Steinporz) ist eine mittelhoch gelegene Urgesteinsterrassenlage mit reinem Paragneis-Verwitterungsboden. 60 Jahre alte Rebstöcke.

Der Steinborz bezeichnet einen dem Hartberg vorgelagerten Hügel direkt hinter Spitz (borz = kleiner Hügel).

Bodenprofil

Am Steinborz findet sich das östlichste Vorkommen des Spitzer Granodioritgneises. Das Gestein ist wie der Gföhler Gneis bei Dürnstein und Loiben ein sogenannter Orthogneis, der durch Umwandlung aus einem granitähnlichen Gestein hervorgegangen ist.

 

Hinzu kommt dunkler, basenreicher Amphibolit, ein ständiger Begleiter des Spitzer Granodioritgneises. Beide Gesteine sind am Steinborz stark verwittert und tiefgründig aufgemürbt. Spalten und Klüfte sind mit ausgefallenem Kalk verfüllt, ein Geschenk der vormaligen Lössbedeckung, die an anderen Stellen noch vorhanden ist.

 

Der hohe Verwitterungsgrad der Gesteine ermöglicht es den Reben, sich einen großen Wurzelraum zu erschließen.

Vorderseiber

Mittelhohe Hanglage in Weißenkirchen. Schottriger Lehmboden. Als Vorderseiber wird der vorgelagerte Teil des großen Seiberers bezeichnet, der mit seinen eindrucksvollen Steinmauern das Landschaftsbild rund um Weißenkirchen prägt. Urkundlich wurde die Lage bereits 1366 als „Seiberer“ erwähnt, obwohl nicht überliefert ist, ob hier der vordere oder hintere Teil gemeint ist.

Bodenprofil

Der vielfältige Paragneiskomplex im Bereich der Lage Seiber ist in den unteren Terrassenweingärten des Vorder-Seiber von einer Rutschmasse geprägt. Der Oberboden des Profils zeigt einen ca. 20 cm mächtigen Mineralhumushorizont der direkt über verwittertem Hangschuttmaterial liegt.

 

Die hellen Steine sind Bruchflächen großer Feldspäte. Bei den rötlich-braunen Überzügen handelt es sich um Eisenoxide, die im Zuge der Verwitterung entstanden sind. Unten befindet sich der aufgemürbte Paragneis, mit Einlagerungen von Hornblendengneis und dunklem Amphibolit.

Atzberg

Seit den 50er Jahren aufgelassener Weingarten, der seit 2008 wieder schrittweise rekultiviert wird. Der Name lässt zu recht einen Rückschluss auf das erzhaltige Gestein zu. Die Lage ist sehr karg und extrem steil. Obwohl der Atzberg klimatisch zu Spitz gehört, liegt er noch auf dem Gemeindegebiet von Weißenkirchen.

1000 Eimerberg

Extrem steile Steinterrassen mit kristallinen Verwitterungsböden. Reiner Südhang. Eines der Wahrzeichen von Spitz. Rund 1000 Eimer (1 Eimer entspricht in etwa 56 Liter) Wein sollen von diesem Berghang geerntet worden sein.

Bodenprofil

Der direkt von der Donau aufsteigende Tausendeimerberg ist an seiner Vorderseite aus den Umwandlungsgesteinen Paragneis und Marmor aufgebaut. Marmore sind wie Gneise Umwandlungsgesteine, die sich in der Wachau während der Variszischen Gebirgsbildung gebildet haben. Bei den Ausgangmaterialien handelt es sich um Kalke. Hatten diese einen höheren Tongehalt, wurden daraus Silikatmarmore mit einem hohen Gehalt an Glimmer. Das Profil vom Tausendeimerberg zeigt eine Marmor-Rendzina. Der Feinboden über dem Ausgangsgestein ist mit Abstand der humusreichste aller Wachauer Weingartenböden und bildet für die sehr trockene Lage einen essentiellen Wasser- und Nährstoffspeicher. Der geschichtete Silikatmarmor weist eine Calzit-Konzentration von 80 % auf, ein eindeutiger Beleg für Kalkgestein als Ausgangsprodukt der Gesteinsmetamorphose zum Silikatmarmor während der variszischen Gebirgsbildung.

Gasselreith

Hartberg